Stiftung

Nikolaus Groß – eine führende Persönlichkeit der Katholischen Arbeiterbewegung

Der Namensgeber der Stiftung, Nikolaus Groß, war Bergmann und Journalist.

 

1927 wurde der tiefgläubige Katholik Redakteur der KAB-Zeitung „Westdeutsche Arbeiterzeitung“ und warnte schon früh vor den Gefahren des aufkommenden Nationalsozialismus. Er gehörte mit zur Widerstandsgruppe „Kölner Kreis“, der eine demokratische Regierung für Deutschland nach dem Faschismus plante.

Nach dem Scheitern des Attentats am 20. Juli 1944 wurden auch Nikolaus Groß und seine Mitstreiter festgenommen und nach Schauprozessen in Berlin-Plötzensee am 23. Januar 1945 hingerichtet.

2001 wurde Nikolaus Groß seliggesprochen.

„Elisabeth und Nikolaus Groß. Ein Bilderbuch für Jung und Alt“ 

 

Bistum Münster/Xanten. Das „Licht von Xanten“ strahlt unablässig in der Krypta des St.-Viktor-Doms. Es handelt sich um eine nachgebildete Grubenlampe, die an den Seligen Nikolaus Groß erinnert. Er war Bergmann und engagierte sich zur Zeit des Nationalsozialismus als Redakteur bei der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) – für seinen Widerstand gegen die Nazis wurde er im Januar 1945 hingerichtet. Groß gehört zu den Märtyrern, derer im Xantener Dom gedacht wird.

vollständiger Text

Bistum Münster/Xanten. Das „Licht von Xanten“ strahlt unablässig in der Krypta des St.-Viktor-Doms. Es handelt sich um eine nachgebildete Grubenlampe, die an den Seligen Nikolaus Groß erinnert. Er war Bergmann und engagierte sich zur Zeit des Nationalsozialismus als Redakteur bei der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) – für seinen Widerstand gegen die Nazis wurde er im Januar 1945 hingerichtet. Groß gehört zu den Märtyrern, derer im Xantener Dom gedacht wird.

Widerstand gegen die Nazis wurde er im Januar 1945 hingerichtet. Groß gehört zu den Märtyrern, derer im Xantener Dom gedacht wird.

Der Ort, an dem Markus Trautmann, Pfarrer von St. Viktor in Dülmen, sein neues Buch vorstellte, war also mit Bedacht gewählt. Nachdem er im vergangenen Jahr schon ein Bilderbuch über den Heiligen Norbert von Xanten geschrieben hatte, widmet sich das neueste Werk Nikolaus Groß und dessen Familie. Bei der Vorstellung bedankte sich Trautmann insbesondere bei der Illustratorin Bärbel Stangenberg aus Wachtendonk, die für das Leben des Seligen eine kindgerechte, aber auch für erwachsene Leser ansprechende Bildsprache gewählt hat. Zudem bedankte sich Trautmann für die Unterstützung durch die KAB.

Hermann Hölscheidt, Diözesansekretär der KAB im Bistum Münster, war ebenfalls mit nach Xanten gekommen. „Die Eheleute Elisabeth und Nikolaus Groß waren beeindruckende Menschen“, sagte er im Angesicht des leeren Sarkophags, auf den der Name des Seligen zur Erinnerung eingraviert ist. „Geprägt vom Geist der christlichen Arbeiterbewegung folgten sie kompromisslos ihrem Gewissen in den Jahren der Nazi-Diktatur.“ Die KAB hat zusammen mit der Nikolaus-Groß-Stiftung das farbenfroh illustrierte Buch herausgegeben, das den Blick auch auf die Ehefrau Elisabeth und die ganze Familie Groß weitet. „Das Wirken von Nikolaus Groß war nur möglich, weil er seine Familie als ganz wichtige Kraftquelle erlebte“, erklärt Hölscheidt. Elisabeth Groß habe ihrem Gatten bis zuletzt den Rücken gestärkt; Nikolaus wiederum blieb in allen politischen Turbulenzen ein Familienmensch.

Umso wichtiger war es Trautmann, das Leben von Elisabeth und Nikolaus Groß nicht nur in den belastenden und bedrückenden Herausforderungen, sondern auch von seiner lebensbejahenden und mitmenschlichen Seite her zu würdigen. Dies betonen auch auf besondere Weise die mehr als 20 faszinierenden Aquarellzeichnungen der Illustratorin Bärbel Stangenberg. Die Grafikerin Christiane Daldrup aus Dülmen hat Texte und Bilder in einem ansprechenden Layout zusammengebracht und sie mit Foto- und Themenkästen ergänzt.

Das im Dialogverlag in Münster erschienene kleine Werk im Umfang von 44 Seiten und im handlichen Format von 13 mal 13 Zentimetern versteht sich als „Bilderbuch für Jung und Alt“. Es will sich keineswegs nur an Geschichtsinteressierte wenden, sondern für aktuelle Strömungen sensibilisieren. In Zeiten zunehmender sozialer Kälte möchte die KAB mit einer gewissen Breitenwirkung auf einen christlichen Gewerkschafter und seine Familie hinweisen, um ein Zeichen für die Gegenwart zu setzen. „Denn gerade aktuell greifen rechte Umtriebe und eine hanebüchene Geschichtsverharmlosung um sich“, erklärte Hölscheidt. Insofern versteht die KAB dieses Buch auch als einen Beitrag, sich mit dem Erstarken von Faschismus und Rechtsradikalität auseinanderzusetzen.

Das Buch „Elisabeth und Nikolaus Groß. Ein Bilderbuch für Jung und Alt“, herausgegeben von der KAB Münster, ist erschienen im Dialogverlag Münster. Es kostet 4,90 Euro und ist erhältlich im Buchhandel (ISBN 978-3-944974-55-2) und über den Diözesanverband der KAB, Schillerstraße 44 b in 48155 Münster.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Foto: Christian Breuer, Bischöfliche Pressestelle

v.l.: Hermann Hölscheidt, Bärbel Stangenberg, Pfarrer Markus Trautmann.