Anerkennungs-Urkunde für die KAB-Nikolaus-Groß-Stiftung

Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.) überreichte die Anerkennungsurkunde an (v.l.) Bernhard Kemper, Brigitte Lehmann, Norbert Groppe, Hermann Hölscheidt und Wolfgang Wagner.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.) überreichte die Anerkennungsurkunde an (v.l.) Bernhard Kemper, Brigitte Lehmann, Norbert Groppe, Hermann Hölscheidt und Wolfgang Wagner.

Münster. Die Idee für eine Stiftung lag schon einige Jahre in der Luft - im Zuge des Neuausrichtungsprozesses auf die Zukunft im Diözesanverband der Katholischen Arbeitsnehmer-Bewegung (KAB) nahm sie nun konkrete Gestalt an: Am Freitag (20.07.2018) überreichte Regierungspräsidentin Dorothee Feller die Anerkennungsurkunde für die "Nikolaus-Groß-Stiftung der KAB im Bistum Münster" an die Vorstandmitglieder Brigitte Lehmann, Wolfgang Wagner, Norbert Groppe sowie an Stiftungsrats-Mitglied Bernhard Kemper und Hermann Hölscheidt, den Geschäftsführer des Diözesanverbands.

 

Mit der Errichtung der Stiftung möchte die KAB nach Hölscheidts Worten den Blick in die Zukunft richten. Das anfängliche Vermögen liegt bei 110.000 Euro - "dafür gab es auch viele kleinere und sehr berührende Spenden", so Hölscheidt. "Das durch das Grundvermögen erzielte Kapital soll im Sinne der katholischen Soziallehre Projekte in die Zukunft hinein ermöglichen", erläuterte Brigitte Lehmann der interessiert zuhörenden Regierungspräsidentin. So will sich die Stiftung u. a. für eine gerechtere und menschlichere Arbeitswelt, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für Arbeitnehmerbildung und -kultur und nicht zuletzt für die nachhaltige Bewahrung der Schöpfung und ein solidarisches Miteinander der Generationen einsetzen.

 

Christlicher Gewerkschafter, Bergmann, Redakteur

Auch über den Namensgeber der Stiftung sprach die KAB-Delegation mit der Regierungspräsidentin. Nikolaus Groß war christlicher Gewerkschafter, Bergmann, Redakteur und in zahlreichen leitenden Funktionen engagiertes KAB-Mitglied. Aufgrund seiner Kontakte zu verschiedenen Widerstandsgruppen gegen das Hitler-Regime wurde er im Nachgang des Stauffenberg-Attentats von den Nazis verhaftet und am 23. Januar 1945 hingerichtet.

 

Dass die offizielle Anerkennung der nach ihm benannten Stiftung nun gerade am 20. Juli - eben dem Tag des Attentats - übergeben wurde, erschien den Teilnehmenden beinahe wie eine Fügung. "Die Familie von Nikolaus Groß hat uns durch einen Enkel mitgeteilt, dass sie sich sehr geehrte fühlt durch die Namenswahl", so berichtete Hermann Hölscheidt.

 

Mit Sr. Euthymia selig gesprochen

Nikolaus Groß war im Oktober 2001 von Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz selig gesprochen worden, ebenso wie an diesem Tag auch Schwester Maria Euthymia aus Münster. Die Mitgereisten aus den Bistümern Münster und Essen, aus dem Groß stammte, hatten damals in Rom gemeinsam gefeiert und für die neuen Seligen gedankt.

 

Gerade die Zukunftsausrichtung einer Stiftung hatte den Ausschlag für das Engagement gegeben, resümierten die Gäste am Tisch im Konferenzzimmer der Regierungspräsidentin mit dem Blick auf den St.-Paulus-Dom: "Wir möchten etwas hinterlassen, das auch in den kommenden Jahrzehnten - unabhängig von uns oder dann geltenden Organisationsformen - langfristig und nachhaltig für die der KAB wichtigen Werte steht".

 

Feller: "Kitt der Gesellschaft"

Wie interessiert diese Idee auch andernorts aufgenommen wird, darüber konnte Hölscheidt schon berichten: Andere KAB-Diözesanverbände seien bereits aufmerksam geworden und hätten sich informiert. "Wir alle spüren - nicht nur in der KAB -, dass der Verbands-Gedanke momentan nicht unbedingt dem Zeitgeist entspricht", war die allgemeine Erfahrung. Dabei sei das Ehrenamt  "Kitt der Gesellschaft" und vieles gar nicht ohne Freiwillige und ihr Engagement zu leisten, so Dorothee Feller.

 

Umso spannender entwickelte sich das Gespräch dann in die Richtung, was auch die Behörden über lobende Worte hinaus für Ehrenamtler in Vereinen und Verbänden tun könnten. "Ich danke Ihnen für die Anregungen und werde mir Gedanken machen, wie - etwa durch ein Ehrenamtsportal oder ähnliches - Beratung und Unterstützung aussehen könnte", beschloss die Regierungspräsidentin die Runde, in deren Verlauf sich die Anwesenden in das Stiftungsbuch eintrugen: Die Nikolaus-Groß-Stiftung der KAB ist die 216. Stiftung in Münster und die 642. im Regierungsbezirk Münster.    


Text/Foto: KAB
20.07.2018